Das tacko!Prinzip

Kraftsportler, die es ernst meinen, erstreben immer auch eine gewisse Härte. Die Schwierigkeit liegt nun darin, dass es zum Erreichen dieses Zieles bereits eine Härte sich selbst gegenüber braucht! Gemeint ist: Disziplin. Nicht nur eine dahergesagte, sondern eine solche, die Tag für Tag aufs Neue aktiviert werden muss, eine, die als unumstößlich zu gelten hat. Ob Laufen oder Krafttraining oder beides: Es muss eine gewisse Priorität im Alltag genießen.

Also ich im Jahr 2002 meine „Läuferkarriere“ gestartet habe, setzte ich mir alsbald das Ziel, pro Woche fünf Mal zu laufen. Bis heute, nun im 17. Jahr, bin ich dabei geblieben. Bis auf eine verletzungsbedingte Pause im Winter 2004/05 habe ich diese Disziplin unterbrechungsfrei durchgehalten. Am Ende der Woche musste die Fünf stehen und sie tat es immer. Schnell war mir bewusst:

Es gibt keine Ausreden!

Stellen wir uns vor, auf unserer rechten oder linken Schulter säße unser innerer Schweinehund verkleidet als Teufelchen, der uns an einem regnerischen Tag einflüstert:

„Es regnet! Du kannst unmöglich laufen gehen!“

Der gleiche Schweinehund rät uns an einem sehr sonnigen Tag:

„Viel zu heiß, bleib zuhause!“,

bevor er uns im Winter warnt:

„Bei der Kälte kannst du unmöglich joggen!“

In der Konsequenz blieben nicht viele Tage, an denen wir überhaupt laufen gehen könnten. Aber: Weder Regen, Schnee oder Hitze sind ein Grund, auf das Laufen zu verzichten; in unseren Breiten kann man bei jedem Wetter laufen: ob bei minus 15 oder plus 35 Grad. Tatsächlich rät auch kein Sportmediziner dazu, bei diesen „extremen“ Temperaturen keinen Sport zu betreiben! Wie immer gilt das natürlich nur für gesundheitlich nicht vorbelastete Menschen!

Disziplin ist der Kern von:

Wir denken jetzt mal nicht näher darüber nach, wie lange ich gebraucht habe, um die zu den Anfangsbuchstaben passenden Verben zu finden (nicht lange, meine Mitbewohnerin hat geholfen), sondern darüber, was die einzelnen Punkte meinen!

Trainieren!

Und zwar immer. Das meine ich mit Diszplin. Lege Dir zu Beginn Deines sportlichen Tuns Ziele fest, die für Dich als unumstößlich gelten müssen. Setze genau fest, wie oft und wie lange Du pro Woche trainieren möchtest. Damit definierst Du bereits einen Teil Deines vor Dir liegenden Weges. Es ist Deine Wegkarte zum Ziel einer besseren Variante von Dir. Puh, das klingt nach diesem ganzen Motivationsgelaber, aber es verhält sich nun einmal genau so!

Es darf nicht den einen Präzedenzfall geben, in dem Du ein Training (oder eben einen Lauf) wegen einer Ausrede ausfallen lässt. In einem solchen Moment hätte Deine eigene Schwäche Dich besiegt und sie würde es wieder und wieder tun. Wenn Du Dir das Ziel setzt zu trainieren, dann ergibt es keinen Sinn, das Training ausfallen zu lassen. Das wäre ein Widerspruch. Dann meinst Du es nicht ernst und dann versagst Du. Das klingt etwas hart, aber Du wirst merken, dass Du Dich den ganzen Tag über, an dem Du ein Training hast ausfallen lassen, nicht gut fühlen wirst, weil Du genau weißt, dass Du Dich rausgeredet hast! Im Kraftsport erreichst Du Deine Härte nur – durch Härte! Nochmal: Ausreden sind etwas für Versager.

Ich stehe nicht selten um fünf Uhr morgens auf, um mein Training in den Alltag integrieren zu können. Wobei für Intensivsportler gilt, dass sie mindestens acht Stunden schlafen! Wer sich das Ziel des Krafttrainings setzt, der wird zwangsläufig auf andere Dinge verzichten müssen. Der Vorteil ist allerdings auch, dass ich serienweise „Netflix“ und „Prime Video“ während des Workouts konsumieren kann!

Körperliche Transformation ist kein Ponyhof, sondern wirklich massiv harte Arbeit! Wer vor jeder Trainingseinheit hadert und mit dem inneren Schweinehund kämpft, der wird nicht durchhalten und versagen: „Aufgeben und Versagen werden zur Gewohnheit.“ (Mark Lauren)

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass der Sport mit mehreren Stunden pro Tag schlicht Teil meines Lebens geworden ist. Er ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

Anspornen!

Sporne Dich selbst an, denn Du wirst feststellen, dass Dein Umfeld das nicht immer tun wird. In meinem ernte ich nicht immer Verständnis für mein Treiben, oft sogar Spott, was aber nicht (mehr) die Regel ist. Am Anfang werden sie Dich belächeln, doch wenn erste Erfolge sichtbar werden, wird aus dem süffisanten Grinsen Respekt. Die Ernte des Trainings wirst Du eher lang- als kurzfristig einfahren, sodass Du Dich immer wieder selbst motivieren musst in Phasen, in denen Erfolge nicht sofort sichtbar werden.

Ein Beispiel aus meinem Trainingsalltag: Seit Monaten arbeite ich am freistehenden Handstand. Er gelingt mir bislang immer nur sekundenweise. Das ist frustrierend. Doch denke ich an den Anfang zurück, sehe ich einen Typen vor mir, der seit seiner Kindheit seinen Kopf nicht mehr unter die Füße katapultiert hatte. Der Angst allein davor hatte, dass sein Gehirn explodiert, fällt das Blut im Handstand von den Beinen in den Kopf. Inzwischen bringe ich mich völlig routiniert in die umgekehrte Körperposition und sehe kleine Fortschritte. Sei Dir bewusst, dass es diese kleinen Fortschritte sind, die in der Summe am Ende zum großen Ganzen führen.

Nicht jeder Mensch ist gleich. Manche schaffen beispielsweise die Planche in einem halben Jahr, andere brauchen Jahre oder schaffen sie nie. Und kalkuliere Dein Alter mit ein! Mit 16 wirst Du schnelle Erfolge feiern, mit 40 (räusper) wird das eine ganz andere Nummer.

Sei vorsichtig mit Vorbildern. Was sich bei Instagram unter #fitness tummelt, sind oftmals „Models“, die das Glück haben, den Sport hauptberuflich betreiben zu können. Sie haben ein hohes Zeitbudget, um ihre Ziele zu erreichen. Der Normalo hingegen betreibt den Sport eher nebenbei und nicht zehn Stunden am Tag. Sei also Dein eigenes Vorbild! Starte Dein Training und achte auf Deine körperlichen und geistigen Veränderungen. Allein sie sind es wert! Ich erreichte vor etwa einem Jahr einen Zeitpunkt, an dem ich realisierte, dass mein kompletter Hemdenbestand mir nicht mehr passte. Im Wesentlichen war mein Schultergürtel derart angewachsen, dass die Hemden einfach zu klein für mich geworden waren. Und so albern es klingt, ganz automatisch wirst Du irgendwann die Vorteile eines sich „stretchenden“ Textils zu schätzen lernen!

Coachen!

Sei Dein eigener Coach. Die meisten von uns haben nicht unbedingt das Geld, um einen persönlichen Trainer durchzufüttern. Ich gebe zu, dass der Kraftsport ohne einen Fachmann an der Seite schwierig ist, da man Gefahr läuft, jeden nur erdenklichen Fehler zu machen. Ich habe jeden Fehler gemacht, worüber ich letztlich froh bin, da ich auf die Weise eine Menge Erfahrung sammeln konnte. Diese Erfahrung macht uns zum eigenen Coach!

Und ich empfehle den Konsum von Fachliteratur! Youtube-Videos können helfen, aber auch in die Irre führen. Sie versprechen oft schnelle Erfolge, zeigen schlicht schlecht zusammengestellte Workouts oder im schlimmsten Fall falsche Übungsausführungen. Apps, wie „Sixpack in vier Wochen!“ lügen Dich an. Ein Sixpack wird nicht antrainiert, ein Sixpack entsteht in der Küche, also über die Ernährung, die Verringerung des Körperfettanteils. Bücher hingegen sind inhaltich meist hochwertiger. Sie motivieren und bieten Euch die theoretische Unterfütterung Eures Tuns. Es hilft, wenn Ihr wisst, wie welcher Muskel funktioniert, was eigentlich diese Faszien sind und warum das Schultergelenk am anfälligsten für Verletzungen ist. Es hilft zu wissen, dass es verschiedene Arten von Kraft gibt, denn erst dann kannst Du wissen, wie Du trainieren musst. Es reicht nicht, einfach ein paar Gewichte in die Luft zu heben. Du brauchst ein Wissensfundament! Hast Du Dir nach Monaten und Jahren ein solides aufgebaut, kann es keinen besseren Trainer für Dich geben als Dich selbst! Nur Du weißt, was Deine Muskeln, Sehnen und Gelenke brauchen!

Kontrollieren!

Kontrolliere Dein Training! Wisse am Freitag, was Du am Mittwoch getan hast, sodass Du den Samstag planen kannst! Baue Dir also einen Trainingsplan. Was Du morgen tust, muss auf keinem Zettel stehen; Hauptsache, Du hast das im Kopf! Aber was Du gestern getan hast, das muss auf einem Zettel stehen, damit Du rückwirkend nachprüfen kannst, wie Du trainiert hast. Was uns zum abschließenden Punkt bringt!

Optimieren!

Eine durchgehende Dokumentation Deines Trainings erlaubt Dir gegebenenfalls eine Korrektur Deines Trainingsplanes, um diesen stets zu optimieren! Zu keinem Zeitpunkt ist Dein Plan ein endgültiger! Er befindet sich im steten Wandel, wird in drei Monaten anders aussehen als heute. Stellst Du nach Wochen immer noch kein Muskelzuwachs an Dir fest, kannst Du Deine Workouts anpassen und im Hinblick auf Deine Ziele optimieren! Denn letztlich geht es um eines, um

DEIN OPTIMUM!

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