Das ist tacko!Seppo

Ich bin Seppo, derzeit 39 Jahre alt, und lebe in Münster. Willkommen bei tacko!Seppo!

Alles begann damit, dass ich vom Moment meiner Geburt im Jahr 1979 an 22 Jahre lang jede Art von sportlicher Betätigung nach bestem Gewissen vermied. Das „Eltern-Kind-Turnen“ – sowas gibt es offenbar heute noch! – empfand ich als unverschämten Eingriff in meine Freizeitgestaltung, bevor ich im Schulsport lernte, Bälle jeder Art zu hassen. Während andere sich selbst darauf trainierten, sich in die Flugbahnen von Bällen zu werfen, um diese zu fangen, optimierte ich mein Ausweichverhalten, um bloß nicht in die Verlegenheit des Ballbesitzes zu geraten. Mit Händen in den Hosentaschen am Spielfeldrand – das war ich als aktives Mannschaftsmitglied.

Ich habe Sport gehasst.

Um es deutlich zu sagen: Unter dem Schulsport habe ich klassisch gelitten, insbesondere dann, wenn mir die Mädels dabei zugesehen haben, wie ich eine wirklich lächerliche Figur abgegeben habe. Was ich damals nicht wusste: Die Dinge des Lebens können sich manchmal komplett drehen. Und so beobachte ich nicht ohne Genugtuung heute, was aus den sportlichen Cracks von damals geworden ist, die es lustig fanden, als ich mir meinen Speer aufgrund körperlicher Dysbalancen in meinen eigenen Fuß gerammt habe: Heute sind sie – grob gesagt – fett und glatzköfpig geworden, während ich zwar weiterhin Bällen aus dem Wege gehe, aber ansonsten einen inzwischen durchtrainierten Körper habe, den ich in allen Belangen des Lebens durchaus einzusetzen weiß.

Das schafft nur Kraftsport!

Lange bevor ich den Kraftsport für mich entdeckte, fiel ich dem Laufsport anheim. Nicht weil ich abnehmen wollte (Ganz kurz: Beim Laufen verbrennt man nur sehr wenige Kilokalorien, dennoch gilt Laufen fälschlicherweise als klassischer Abnehmsport. In 45 Minuten Laufen verbrennt ein Mann etwa 300 Kilokalorien; im Ruhezustand zirka 105, was bedeutet, dass das Laufen nicht mal 200 weitere Kilokalorien verbrennt.), sondern weil ich meinen degenerierten Körper in Schuss bringen wollte. Mit 22 hatte ich den Körper eines Vierzigjährigen. Jetzt, knapp 40, habe ich den eines Zwanzigjährigen. Naja, vielleicht eines Dreißigjährigen …

Laufen ist toll, macht großen Spaß und ist schlicht eine Leidenschaft von mir. Beim Laufen geht es mir gar nicht um sportliche Ziele, sodass ich auch keinen Marathon anstrebe, da mir der viel zu anstrengend erscheint. Ich laufe, um Gegenden zu erkunden, um die Luft zu spüren, um die Bewegung des Körpers zu fühlen. Laufen fühlt sich immer etwas an wie Freiheit. Und erst in zweiter Linie ist es mein Cardio-, mein Ausdauertraining.

Leider weiß ich nicht mehr genau, wann sich der Kraftsport in mein Leben schlich, doch es begann wie bei so vielen Männern, wie ich inzwischen weiß. Ich erinnere eine Situation, in der ich mich selbst fragte, warum ich einerseits mehr als 30 Kilometer am Stück durch damals noch Düsseldorf laufen kann, aber Arme habe, die offenbar ganz ohne Bizeps und Trizeps auskommen. Und so begann ich mit erstem zaghaften Training, mit Hanteltraining. Und so begann ich auch, meine ersten Fehler zu machen!

Ich erhöhte die Anzahl meiner Curls immer weiter und fokussierte mich nun auch auf den Bauch. Heute Curls, morgen Crunches, übermorgen Curls und so weiter. Auf dem Höhepunkt gelangen mir 1.400 Crunches am Stück. Gleiches erreichte ich bei Liegestützen: Zehn mal 100 Liegestützen pro Tag waren irgendwann keine Herausforderung mehr. Klingt beeindruckend, ist es jedoch nicht. Das kann jeder erreichen. Doch dieses Vorgehen war dem Ziel des Muskelaufbaus überhaupt nicht zuträglich: Wer mehr als 1.000 Crunches schafft, der hat höchstens eine gute Ausdauer, aber noch lange kein Sixpack! Sixpacks werden in der Küche gemacht, heißt es. Und dass Liegestützen die Brust mehr als die Arme trainieren, war mir damals überhaupt nicht bewusst. Ich habe Jahre mit falschem Training verschenkt!

Diese und ähnliche Fehler begehen jedoch viele. Im Laufe der Jahre habe ich einiges an Literatur angehäuft und gelesen, um diese Fehler ausmerzen können. Habe gelernt, wie viel Unsinn geschrieben wird und dass alles irgendwann widerrufen wird. Die Kunst ist es, die Essenz des bisherigen Wissenstands zu extrahieren, um mit ihr seine eigenen Ziele erreichen zu können.

Und das gelang immer mehr. Ab 2016, vielleicht schon 2015, nahm mein tägliches Training „professionelle“ Formen an. Ich entdeckte das Konzept des Splittrainings für mich. Heute weiß ich auch um dessen Nachteile, doch schätze ich sehr dessen Vorteile und ergänze es mit funktionellem Training, das ich – wie so viele Menschen! – viel zu lange unterschätzt habe und noch immer wird es belächelt. Es ist eben beeindruckender, glänzendes Eisen zu stemmen, als in die Kniebeuge zu gehen. Aber auch, wenn die Kniebeuge einbeinig daherkommt?

Das Splittraining ist umgeben von Dogmen. Was kombiniere ich womit? Mache ich heute Pull und morgen Push? Trainiere ich Agonisten und Antagonisten am selben Tag oder genau das nicht? Ich sag Euch was: Egal, wie Ihr es macht, Ihr werdet immer jemanden finden, der Euch sagt, warum das falsch ist. Und wenn derjenige eine muskelbepackte Kante ist, neigt Ihr dazu, ihm zu glauben. Ihr müsst selbst Euren Weg finden und dazu gehört es, Fehler zu machen. Ich trainiere die Brust in der Regel zusammen mit dem Bizeps. Andere wiederum kombinieren sie mit dem Trizeps, da es im Grunde keine Brustübung gibt, die nicht ohnehin schon den Trizeps mittrainiert (Liegestützen! Bankdrücken!). Schule A sagt daher: Brust und Trizeps in einem Split. Schule B hingegen warnt: Trizeps schon vorermüdet durch Brusttraining! Wird der dann noch zusätzlich trainiert, droht das Übertraining! Entscheidend bleibt: Splittraining ermöglicht weitestgehend Training ohne Ruhetage. Täglicher Sport ist nicht Wahnsinn, sondern möglich.

Findet Euren Weg!

Der Trizeps, nur um das zu vervollständigen, findet bei mir am Rückentag statt. Zweimal pro Woche. Denn das ist das Tolle am Dreiersplit: Jeder Muskelgruppe ist zweimal pro Woche fällig, denn einmal ist (für Fortgeschrittene) viel zu wenig, um weiterhin Trainingsfortschritte zu erzielen!

Bei tacko!Seppo soll es dogmenfrei zugehen. Es gibt keinen Königsweg! Beispiel Adam. Ich kenne Adam nicht, höre aber Geschichten von Adam. Adam ist durchtrainiert, nahezu eine Kante und wäre ich eine Frau, ich würde mit ihm schlafen wollen. Aber der Typ trinkt jeden Abend Bier! Andere würden sofort warnen: Alkohol ist der absolute Muskelkiller; hemmt deren Aufbau massiv! Adam beweist das Gegenteil. Und damit will ich sagen, dass man nicht Asket sein muss, um einen durchtrainierten Körper zu bekommen. Man braucht zweifelsfrei Disziplin, aber ich sage mir auch: Wenn ich fünf- bis sechsmal pro Woche trainiere, dann habe ich es mir doch wohl verdient, hier und da mal über gewisse Strengen zu schlagen! Kraftsport und Laufen machen den Körper widerstandsfähig. Er steckt so einiges weg.

Im Laufe der Jahre hat sich mein Körper optisch stark verändert, wobei ich erwähnen muss, dass ich bis vor wenigen Jahren noch eine Art Teig war. Teigig und unförmig. Ich bin natürlich jetzt keine Kante, aber ich bin von oben bis unten definiert, wie man so sagt. Körperfett kenne ich nicht, habe ich abgelegt. Allerdings tue ich mich auch mit Massephasen etwas schwer, sodass ich vom Klischee des Bodybuilders weit entfernt bin. Zum Glück, denn Bodybuilder setzen auf Muskelmasse, die nicht gleichbedeutend mit Stärke ist!

Und ich komme nicht umhin, auf meinen definierten Körper auch stolz zu sein, da schlicht viel Arbeit dahintersteckt. Man möge es mir nachsehen, wenn ich es hier und da raushängen lasse, doch man entwickelt auch ein gewisses Selbstbewusstsein: Man erkennt seine eigene Leistung und schert sich immer weniger darum, was andere sagen. Ich halte das für ausgesprochen gesund und werde das auch weiterhin kultivieren. Es geht mir beim Krafttraining um mich, nie um andere. Wer keinen Sport betreiben möchte, der muss es auch nicht! Den Fitnesswahn, den es ja nicht erst seite heute gibt, will ich gar nicht befeuern! Sehe ich einen untrainierten Rundlichen, denke ich mitnichten, dem täte Sport mal ganz gut, sondern ich denke nichts. Weil es mich zum einen nichts angeht, wie andere ihr Leben führen, und zum anderen auch egal ist. Der eine sammelt Briefmarken, ich mache eben gerne Sport. Und das funktioniert nur deshalb, weil er mir jeden Tag Spaß macht. Wer sich überwinden muss, sollte es lassen. Sport muss keine Qual sein. Es ist eben einfach mein Ding und wer sich bei Instagram unter dem Hashtag „#fitam“ umtut, der wird feststellen, dass es vielen so geht!

Doch es geht eben nicht nur um Optik, nicht nur um Körperkult, obwohl der ja im antiken Bodybuildung der Griechen durchaus eine Rolle gespielt hat. Es geht um so vieles mehr. Es geht auch um den Geist, der enorm vom Muskeltraining profitiert, da Muskeln auch ein Stoffwechselorgan sind, die bei Belastung Hormone ausschütten, die eine gewisse geistige Stabilität erzielen.

Im Kraftsport, insbesondere bei der Calisthenics, die ich Anfang dieses Jahres für mich entdeckt habe, lernt man, langfristig für Ziele zu arbeiten. Und diese Zielstrebigkeit spiegelt sich auch im Alltag wider: Herausforderungen schrecken nicht ab, sondern sie zu erreichen, scheint nahezu immer möglich. Wenn ich es geschafft habe, mit 39 Jahren noch den Handtstand zu lernen oder den einarmigen Liegestütz – dann werde ich dieses oder jenes außerhalb des Sportes doch auch schaffen! Und darum geht es im Sport! Eben nicht nur um Muckis. Aber auch die sind ein absolut legitimes Ziel. Muskelmasse gepaart mit funktionellem Training führt zu einer enormen Körperbeherrschung, die zu jedem Zeitpunkt des Tages spürbar ist und schlicht Spaß macht! Man kommt nicht umhin, sich mit anderen zu vergleichen und ich verspreche Euch: Ihr werdet die Unterschiede sehen!

Neben dem Laufen, dem „Hanteln“ und der Calisthenics ist die Mobility die vierte Säule meines Sporttreibens. Gerade isoliertes Krafttraining führt zu einer Einschränkung der Mobilität. Auch das musste ich erst einmal lernen und akzeptieren. Und es war „Moving Monkey“, über den ich zur Mobilität kam, die ich vermische mit dem Konzept des aktiven Dehnens, das kaum etwas mit dem klassischen Stretching zu tun hat, das als weitestgehend schädlich betrachtet werden kann. Mobilitytraining ist geeignet, um den Bewegungsumfang der Gelenke zu erweitern, um sich noch mit 80 die Schuhe im Stehen zubinden zu können.

Somit sind alle Punkte aufgelistet, um die es bei tacko!Seppo geht und künftig gehen wird, da die Seite noch am Anfang steht. Laufen, Krafttraining, Calisthenics und Mobility sind hier die Schwerpunkte. Und ich schließe nicht aus, dass Yoga einmal dazustoßen wird, denn auch das habe ich gelernt: Man sollte nichts ausschließen und alles ausprobieren! Yoga ist mitnichten ein Weicheisport!

Auf geht’s!

Zur Motivation: Ein Mensch, der 70 Jahre lang unsportlich war, kann mithilfe von Krafttraining innerhalb weniger Jahre wieder die Muskelmasse eines Fünfzigjährigen aufbauen und damit nebenbei seine Lebensdauer entscheidend verlängern! Das ist das schöne am Sport: Es ist egal, wann man damit anfängt! Allerdings wünschte ich, ich hätte mich mit 20 an die Planche oder den Handstand gewagt, denn mit fast 40 dauert alles etwas länger! Für die Planche gebe ich mir zwei Jahre, eines davon habe ich schon!

Doch so abgedroschen der Spruch ist, so wahr ist er: Bei diesem Sport ist der Weg das Ziel! Und der Sport ist ein ganz wesentlicher Teil meines Lebens geworden, was meine zwanzigjährige Version nie für möglich gehalten hätte!

Mein tägliches Treiben könnt Ihr bei Instagram verfolgen!

6 Einträge zu „Das ist tacko!Seppo

  • Schulsport war bei uns in den letzten Schuljahren sehr gut. Der Lehrkörper hat sich auf uns eingestellt und es wurde das gemacht was Spaß machte. Volleyball und Basketball. Immer wieder schön. Lehrplan ? Was war das noch einmal ?

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  • Sport fande ich in der Schule nicht so toll. In der Berufsschule war es besser. Ausser der Schule habe ich sehr viel Sport gemacht, was ich heute nicht mehr so mache. Ich finde es gut, das Leute sagen, sie mochten als Kind kein Sport. Ich glaube, es geht anderen genauso so. Mittlerweise ist der Schulsport wesentlich besser geworden. Mein Kind erzählte, weil einige Jungen in der Klasse Blödsinn gemacht haben, mussen sie Disko Fox tanzen. Hauptsache Dir macht jetzt der Sport Spass.

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  • Bei mir ist es eher umgekehrt.
    Sport fand ich zur Schulzeit und im Teenageralter immer toll, egal ob Zirkeltraining, radeln, eislaufen, Schifahren, schwimmen, Tischtennis, Volleyball uvm., nur Fußball war eher nicht mein Ding.
    Gut, ich bin ja zum Glück in einer Zeit aufgewachsen wo Computer noch Mangelware bzw. fast unerschwinglich waren, es noch keine Smartphones, Tablets usw. gab und es sofort nach den Hausaufgaben in die freie Natur ging.
    Nun dominiert (leider) der Bildschirm, seit einiger Zeit bin ich wieder viel in der wunderschönen Natur unterwegs.
    Es wird aber auch Zeit, dass ich mich wieder mehr sportlichen Herausforderungen widme.
    Danke für diesen interessanten Blog, Seppo!

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